17.07.2019

Lüdenscheid: Grüne Industriestadt mit Zukunft

Insbesondere in einer Stadt wie Lüdenscheid mit einer hohen Zahl an Industriearbeitsplätzen wird man darüber diskutieren müssen, wie notwendige Maßnahmen des Klima- und Umweltschutzes so gestaltet werden können, dass gleichzeitig weiterhin viele Menschen einen gut bezahlten Arbeitsplatz haben. Der Wandel in der Automobilindustrie, die Digitalisierung und die Frage der Fachkräftegewinnung sind wichtige Aspekte bei dieser Debatte. Wir werden viel tun müssen, damit aus Lüdenscheid – Industriestadt im Grünen – eben Lüdenscheid – grüne Industriestadt werden kann.

Sicherlich wird man bei künftiger Ausweisung von Gewerbeflächen darauf achten müssen, dass Umweltstandards hochgehalten werden. Es wäre gut und sinnvoll, wenn der Verkauf von Grundstücken für die Gewerbenutzung sowie die Ausweisung neuer Gewerbeflächen daran gekoppelt wird, nur noch Betriebe dort zuzulassen, die hohe Umweltstandards einhalten. Firmen wie Busch-Jaeger am Freisenberg machen vor, wie zum Beispiel Mitarbeiter-Parkplätze durch die Überdachung mit Solarenergie-Anlagen doppelt genutzt werden können. Hier könnte die Stadt auf eigenen Flächen als gutes Vorbild fungieren. Schulen, Verwaltungsgebäude, Turnhallen, Sportplätze oder auch Bushaltestellen könnten wunderbar als Energielieferant oder „Bienenhotel“ – nur um zwei Beispiele zu nennen – genutzt werden.

Großen umwelt- und klimapolitischen Einfluss haben kommunale und überregionale Politik beim Thema Mobilität. Dieser Einfluss muss dringend besser genutzt werden. Steigende Ticketpreise und die weitere Ausdünnung des Nahverkehrs müssen der Vergangenheit angehören. In den letzten Jahren sind einige Verbesserungen im Nahverkehr gelungen, die auch die SPD auf ihre Fahnen schreiben darf: Dazu gehören die Reaktivierung der Zugverbindung nach Köln – die künftig störungsfrei laufen muss -, die Ausweitung des Zug-Nachtverkehrs ins Ruhrgebiet am Wochenende und die Einführung von Ticketangeboten, die offenbar die richtige Nische gefunden haben. Das reicht aber nicht aus: Der ÖPNV muss deutlich günstiger werden, damit er eine wirkliche Alternative wird – am besten fahrscheinlos. Für Pendlerinnen und Pendler muss die Zuganbindung nach Hagen und Dortmund verbessert werden, am besten mit einem Halbstundentakt.  Die Busverbindungen aus den Stadtteilen und den umliegenden Städten in die Lüdenscheider City müssen zudem ausgeweitet werden. Hier wird die SPD – auf Stadt- und auf Kreisebene – auch bei möglichen Verhandlungen nach den kommenden Kommunalwahlen sagen: Ohne Ausbau der Bus- und Bahnverbindungen auf dem Weg zum fahrscheinlosen Nahverkehr werden wir keine Kooperation eingehen.

Der Ausbau des Radverkehrs in Lüdenscheid ist sinnvoll. Künftige Verkehrsplanung soll immer auch den Aspekt einbeziehen, wie man die Verkehrssituation für Radfahrende verbessern kann. Es ist zum Beispiel wenig verständlich, dass bei Überlegungen der Entzerrung des Verkehrs rund um das Bräuckenkreuz nicht auch überlegt wurde, wie man dort zum Beispiel auch Radwege integrieren kann. Sicherlich sind Topographie und die langen Wege für Pendlerinnen und Pendler in unserer Stadt nicht wegzudiskutieren. Dass jede Verbesserung für den Radverkehr in Lüdenscheid auch eine gute Tat für Umwelt- und Klimaschutz ist, stimmt aber genauso.

Es geht nicht darum, den Autoverkehr gegen andere Mobilität auszuspielen. Es geht nicht darum, Einzelnen Freiheiten wegzunehmen. Angesichts des verbesserungswürdigen Angebots im Nahverkehr muss es darum gehen, zumindest eine gute Alternative anzubieten. Dies ist auch nicht nur umweltpolitisch motiviert. Mobilität für alle bedeutet auch, dass Menschen einen besseren Zugang zum gesellschaftlichen Leben erhalten.

Fabian Ferber
Vorsitzender der SPD Lüdenscheid

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